Heilmittel unserer Kulturen – was können wir voneinander lernen?

Die Heilpraktikerin Christina Hadler hatte die schöne Idee, auf der Transit einen Gesprächskreis „Heilmittel unserer Kulturen“ zu eröffnen. Ziel dieses Angebots für geflüchtete Menschen auf der Transit ist es, sich in kleiner Runde darüber auszutauschen, was in der jeweiligen Kultur als Haus- und Heilmittel eingesetzt wird bei Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Schmerzen – was auch immer in den eigenen vier Wänden behandelt wird.

Der Gesprächskreis auf Augenhöhe soll den Geflüchteten deutlich machen: Wir wollen auch von euch was lernen. Erzählt uns etwas aus euren Leben, wie ihr mit Krankheit und Wehwehchen umgeht. Lasst uns einander auf diese Weise kennenlernen…

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Drei Heilmittel-Salons haben bisher stattgefunden. Nur vorsichtig tasten sich die BewohnerInnen heran. Der Zuspruch muss sich langsam entwickeln. Die BewohnerInnen müssen Vertrauen schöpfen. Die nächste Runde auf der Transit ist für den 30.03.2016 geplant.

#HHhilft – Vernetzungstreffen der Helfenden

Das Forum Flüchtlingshilfe der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in Hamburg (BASFI) lädt zum ersten Vernetzungstreffen ein.

Am 11.03.2016, 18.00 Uhr, treffen sich am Austausch interessierte Helferinnen und Helfer in der (neuen) Kleiderkammer der Iniative Hanseatic Help e.V.: Große Elbstraße 264.

Im Dezember letzten Jahres veranstaltete die BASFI erstmals ein großes Treffen des Forums Flüchtlingshilfe – mehr als 2000 freiwillig Helfende kamen in der Fischauktionshalle zusammen, um sich auszutauschen, an Workshops teilzunehmen, sich zu vernetzen. Der Newsletter dazu ist hier zusammengefasst.

Refugee Conference 2016 – Kampnagel Hamburg

Heute beginnt auf dem Gelände des Kampnagel-Theaters eine internationale Konferenz für geflüchtete Menschen und MigrantInnen. Im August 2015 trafen sich in Hannover politisch aktive Refugees und ihre UnterstützerInnen aus Initiativen in Berlin, Hamburg und Hannover, um die Perspektiven des politischen Kampfs für ein selbstbestimmtes Leben in Würde, gegen Rassismus und diskriminierende Gesetzgebung zu diskutieren. Die Teilnehmenden vereinbarten, gemeinsam eine größere Konferenz zu organisieren. Die Kampnagel-Verantwortlichen unterstützten das Ansinnen.

Die Konferenz ist selbst-organisiert und soll dazu dienen, die Netzwerke der Refugees zu stärken und auszubauen, deren politische Stimme weithin hörbar zu machen und dafür zu sorgen, dass die Geflüchteten selbst die Akteure des eigenen Handelns werden.
Im Programmflyer werden diese thematischen Schwerpunkte gesetzt:

  • Die neuen, verschärften Gesetze gegen Geflüchtete
  • Die Zustände und Kämpfe an den EU-Außengrenzen
  • Abschiebungen
  • Die Zunahme rassistischer Übergriffe
  • Die Situation, Forderungen und Kämpfe von Geflüchteten
  • Frauen und Migrantinnen
  • Die Selbstorganisierung von Geflüchteten
  • Die bisherigen Erfolge der politischen Refugee-Kämpfe
  • Die staatlich propagierte Spaltung in ›gute‹ und ›schlechte‹ Flüchtlinge
  • Der Rassismus gegenüber Muslim*innen und Roma/Sinti

Organisiert wird die Veranstaltung durch: Lampedusa in Hamburg, CISPM – International Coalition of Sans-Papiers Migrants and Refugees, Voix des Migrants, Refugee Movement Berlin, Refugee Protestcamp Hannover, Refugee Bus Tour, Droits des Migrants, Asmara’s World-Refugee Support. Die Bewegung Recht auf Stadt – never mind the papers unterstützt das Treffen.

Fortbildungen für ehrenamtlich Helfende

Das Forum Flüchtlingshilfe bietet im Zentrum für Aus- und Fortbildung der Stadt Hamburg in den kommenden Wochen und Monaten fünf verschiedene Fortbildungsveranstaltungen für ehrenamtlich Helfende an.

Die Termine wiederholen sich im Abstand von acht bis zehn Wochen.

  • Interkulturelle Kommunikation für Ehrenamtliche (freitags 8.30-16.45, 18.03., 29.04., 24.06., 23.09.)
  • Zusammenarbeit organisieren für Ehrenamtliche (freitags 8.30-16.45, 11.03., 13.05., 01.07., 09.09.)
  • Argumente gegen Stammtischparolen für Ehrenamtliche (Do 24.03. 16-20, Mi 22.06. 10-15, Mo 05.09. 16-20, Do 27.10. 10-15)
  • Sich kraftvoll engagieren – Grundlagen der Selbstfürsorge für Ehrenamtliche (Fr 20.05, Mi 13.07., Mi 17.08., Fr 28.10. jeweils 9-16)
  • Kurzüberblick Ausländer- und Flüchtlingsrecht für Ehrenamtliche (freitags 9-13, 01.04., 01.07., 02.09., 04.11.)

Ausführliche Informationen zu den Kursen und deren Inhalten finden sich in diesem pdf-Dokument.

Nachrichten aus dem Forum Flüchtlingshilfe

Im Dezember veranstaltete die Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) erstmals ein großes Treffen des Forums Flüchtlingshilfe – mehr als 2000 freiwillige Helferinnen und Helfer kamen in der Fischauktionshalle zusammen, um sich auszutauschen, an Workshops teilzunehmen, sich zu vernetzen.

Daraus ist ein Newsletter entstanden, der nun regelmäßig zusammengestellt und an Interessierte verschickt werden soll. Wer ihn empfangen möchte, schreibt an forumfluechtlingshilfe@basfi.hamburg.de.

Der Newsletter ist ziemlich lang. Wir nutzen deswegen hier die Gliederung:

Rund 2000 Flüchtlingshelferinnen und Flüchtlingshelfer bei der Auftaktveranstaltung zum Forum Flüchtlingshilfe
Fortbildungsangebote für ehrenamtliche Flüchtlingshelferinnen und Flüchtlingshelfer
Die ersten Dialogforen nehmen die Arbeit auf
Engagementforum F plus tagt erstmals im Mai
Haftpflichtversicherung für freiwillig Engagierte
Aktuelle Zahlen

Ergänzt werden sollen die Infos durch zwei weitere Links für HelferInnen: Das Kursangebot von Aktivoli und die Angebote des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes für Freiwillige.

Die Stadt, und dabei federführend die Sozialbehörde, hat erkannt, dass es unabdingbar ist, die freiwlligen HelferInnen zu unterstützen. Ganz im Sinne von somenti.org!

Fachkräfte für Sozialarbeit dringend gesucht

Im Hamburger Unternehmen Fördern & Wohnen, einem der größten Betreiber von Erstaufnahme- und Folgeunterkünften für Flüchtlinge können Dutzende Sozialarbeiter-Stellen nicht besetzt werden. Schätzungen gehen so weit, dass dieses Jahr noch bis zu 500 Fachkräfte eingestellt werden müssten, um den anstehenden Betreuungs- und Versorgungsaufgaben gerecht zu werden.

In einem Bericht des Hamburg Journals berichtet ein ehrenamtlicher Koordinator aus der Initiative Refugees Welcome Caro Viertel, der einige Unterkünfte kennt, die von F & W betrieben werden, weil er die Ehrenamtlichen-Arbeit koordiniert: „Die Sozialarbeiter sind chronisch unterbesetzt, schlecht bezahlt, überfordert und nach sechs Monaten im Dauereinsatz natürlich auch ausgemergelt.“

Im Umkehrschluss heißt das, alle Beteiligten wissen: Wenn es Tausende freiwillige Helferinnen und Helfer nicht gäbe, bräche die gesamte Versorgung der Flüchtlinge zusammen. Es gäbe dann niemanden, der die Zuwanderer zu Ämtern begleitet, Deutschkurse anbietet, bevor sie offiziell und staatlich gefördert werden, Wohnungen sucht, mit Vermietern spricht, Praktikumsplätze beschafft und sich um Tausend andere Dinge kümmert, um den Schutzsuchenden das anfängliche Leben hier einigermaßen erträglich, aber auch verständlich zu machen.

Manchmal verstehen ja nichtmal wir Einheimische unser Land – und seine Bürokratie. Wie soll das dann erst den Flüchtlingen gehen? Erst im Zuge der Freiwilligenarbeit mit Ämtern und Behörden merken wir, wie verrechtlicht hier jeder Schritt, jede Handbewegung, jede Bewilligung für was auch immer ist. Wenn dann auch noch verschiedene Ämter, Behörden und Gerichte für eine Sache zuständig sind, wird es manchmal so komplex, so mühsam und so ein Geduldsspiel, dass manche Verzweiflung der Flüchtlinge begreiflich wird, denn es ist das hiesige System, das die Leidenszeit verlängert – und weniger der böse Wille einzelner Entscheider.

Psychische Erkrankungen bei Schutzsuchenden nur simuliert?

Das Bundesregierung hat beschlossen, die asylgesetzlichen Rechtsgrundlagen weiter zu verändern und das Grundrecht auf Asyl weiter auszuhöhlen: Asylverfahren für Bewerber mit geringer Aussicht auf Anerkennung sollen beschleunigt werden, Familiennachzug soll ausgesetzt werden, die Liste der sicheren Herkunftsstaaten soll erweitert werden – und zu schlechter Letzt: Die posttraumatische Belastungsstörung soll kein Abschiebehindernis nicht mehr sein.

Damit geben die Regierung und die sie tragenden Parteien denjenigen nach, die seit Wochen die Stimmung im Land zuungunsten der bisherigen Willkommenskultur verändern wollen. Damit erklären die Regierungsparteien, dass ihnen auch nichts mehr einfällt als sichere Herkunftsländer zu erfinden (Marokko, Tunesien, Algerien) und Verfahren auf eine Weise zu beschleunigen, die den Schutzsuchenden nur noch minimale Fristen lässt, Rechtsmittel gegen Entscheide des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge einzulegen.

Verschlimmert wird der Gesetzentwurf durch die schamlose Diffamierung von traumatisierten Flüchtlingen, denen unterstellt wird, sie würden eine psychische Erkrankung, speziell eine Posttraumatische Belastungsstörung nur simulieren, um ein ärztliches Attest zu erschleichen, das dann eine Abschiebung ausschließt. Die Behörden würden durch die Geltendmachung von medizinischen Abschiebungshindernissen in quantitativer und qualitativer Hinsicht vor große Herausforderungen gestellt, heißt es in der Begründung des Gesetzesentwurfes. Eine Bankrotterklärung.

Die Bundespsychotherapeutenkammer schreibt in ihrer Stellungnahme zum Gesetzentwurf, die Bundesregierung treffe…

„…Regelungen, die das Ziel haben, aufenthaltsrechtliche Verfahren, die aufgrund medizinischer Begutachtungsverfahren nicht innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen werden können, zu vermeiden. Die Abschiebung von kranken Menschen wird ausweislich der Gesetzesbegründung nicht etwa deshalb erleichtert, weil es dafür fachliche und empirisch belastbare Gründe gibt, sondern weil die deutschen Behörden quantitativ und qualitativ damit überfordert sind.“

Die Kombination aus Verfahrensbeschleunigung und Nicht-Anerkennung von psychischen Erkrankungen als Abschiebehindernis ist ein Versuch, Menschen, die Schutz suchen, quasi die Tür vor der Nase zuzuschlagen, weil es unmöglich gemacht wird, in angemessener Zeit eine qualifizierte Begutachtung zu erhalten, die eine besondere Schutzwürdigkeit eines Asylbewerbers belegt.

Dieses Asylpaket 2 getaufte Gesetzesvorhaben ruft großen Protest beim Anwaltverein, Pro Asyl und – neben anderen – der grünen Oppositionspartei hervor, doch es zeigt, wie verzweifelt die Regierung bemüht ist, die Krise mit untauglichen Mitteln und vor allem auf Kosten der Schutzsuchenden zu lösen.

RefugeeGuide.de – Deutschland in 17 Sprachen

Die Orientierungshilfe „Refugee Guide“ beginnt so:

Herzlich willkommen in Deutschland! Diese Orientierungshilfe enthält nützliche Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland. Angeregt wurde diese Orientierungshilfe durch Fragen, die viele Geflüchtete immer wieder stellen. Die Hinweise in dieser Orientierungshilfe sollten weder als Gesetze noch als bindende Regeln wahrgenommen werden. Die Menschen in Deutschland werden sich nicht immer verhalten wie hier beschrieben. Trotzdem sind die hier beschriebenen Verhaltensweisen für die meisten Menschen in den meisten Situationen üblich.

Diese 16-seitige Broschüre in 17 Sprachen sollte es in allen Erstaufnahmen und Folgeunterkünften geben – und nicht erst, wenn der Asylstatus geklärt ist. Es müsste zu den Aufgaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gehören, diese Informationen unter die Zuwandernden bringen… Schon Grenzbeamte könnten ein paar Kisten Gedrucktes an der Seite haben und verteilen, wenn Schutzsuchende bei ihnen vorbeikommen. Erstellt wurde die Schrift von Studierenden und Doktoranden mit verschiedensten (geographischen und kulturellen) Hintergründen. Eine zweite Auflage soll im März 2016 erscheinen.

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Soziales Mentoring für Integration

Willkommen bei somenti.org

Wir sind eine Initiative aus der Flüchtlingshilfe Harburg-Binnenhafen.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Zuwanderern zu helfen, in dem wir die Freiwilligen stärken, die Menschen aus anderen Ländern in die Gesellschaft hinein begleiten.

Dazu zählt der Aufbau einer psychosozialen Koordinationsstelle, wo Ehrenamtliche und Zuwanderer Informationen zu allen Aspekten der psychischen, sozialen und somatischen Versorgung erhalten können.

Dazu zählt aber auch ein regelmäßiger Treff der Helfenden, um sich über die Probleme und Schwierigkeiten des Helfens auszutauschen – und die eigenen Grenzen auszuloten.

Die wenigsten freiwilligen Helfer waren jemals so nah an Menschen dran, die Krieg, Trauma, Hunger und Not (vermeintlich) hinter sich gelassen haben. Die meisten Helfenden geraten deswegen früher oder später im Kontakt mit den Zuwanderern an ihre eigenen emotionalen Grenzen – und brauchen selber manchmal Rat und Tat, um die Bedeutung ihrer Erfahrungen einordnen, verarbeiten und dann wieder produktiv einsetzen zu können.

Dazu soll diese Initiative dienen.

Wir haben uns mit unserem Konzept bei startsocial.de beworben. Aus unserer Sicht weist die Idee, sich um die freiwillig Helfenden zu kümmern, weit über das Wohnschiff „Transit“ im Harburger Binnenhafen hinaus. Die Juroren von startsocial fanden unser Konzept förderwürdig – und haben uns mit einem Stipendium bedacht. Das nutzen wir gegenwärtig, um das Projekt voranzubringen.