Gesprächskreis auf der Transit – was hilft heilen?

Zum fünften Mal haben sich die Heilpraktikerin Christine Hadler, die ehrenamtliche Helferin Heidi Woith-Zoschke und Geflüchtete vom Wohnschiff „Transit“ im Gemeinschaftsraum der Unterkunft getroffen. „Heilmittel unserer Kulturen“ ist der Titel dieser Begegnung zwischen Geflüchteten und Einheimischen, um sich darüber auszutauschen, was bei welchem Leiden in welcher Kultur hilft.

Das Angebot von Hadler und Woith-Zoschke, regelmäßig auf der Transit ihren Salon zu öffnen, um die Menschen des Wohnschiffs einzuladen, aus ihrem Leben und den Umgang mit den kleinen Leiden des Alltags zu berichten, spricht sich langsam herum – und bringt nach und nach immer mehr Neugierige dazu, mal den Kopf reinzustecken und vorbeizuschauen.

Die Gesprächsrunde soll regelmäßig alle drei bis vier Wochen auf dem Schiff stattfinden – und wird immer rechtzeitig per Aushang auf dem Schiff angekündigt.

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Dialogforum „Schutz von Frauen vor Gewalt in Unterkünften“

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW), Department Soziale Arbeit, Frau Prof. Stövesand, die interkulturelle Fachberatungsstelle LÂLE sowie die Behörde für Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) laden für den kommenden Dienstag, 10.05.16, ehrenamtlich Helfende zu einer Zusammenkunft des Dialogforums „Schutz von Frauen vor Gewalt in Unterkünften“ ein.

Von 18.00 – 20.00 Uhr haben Interessierte und Betroffene an der HAW, Standort Alexanderstraße 1, Raum 1.19 die Möglichkeit, sich darüber auszutauschen, ob sie Gewalt und Zwang gegen Frauen oder Bedrohungen von Frauen in den Unterkünften wahrnehmen, was sie tun können – bspw. betroffene Frauen dazu zu bewegen, das Hilfssystem in Anspruch zu nehmen. Das professionelle Unterstützungssystem steht auf vielfältige Weise zur Verfügung. Allerdings sind die Angebote unter den Geflüchteten kaum bekannt – bzw. Betroffene trauen sich nicht, diese aufzusuchen oder sich zu melden.

Bspw. kann das Hilfstelefon rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116 016 in vielen verschiedenen Sprachen (Türkisch, Russisch, Französisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Polnisch, Serbokroatisch, Chinesisch, Bulgarisch, Rumänisch, Arabisch, Persisch und Vietnamesisch) erreicht werden. Auch Ehrenamtliche können hier anrufen, um sich beraten zu lassen, wenn sie den Verdacht auf Bedrohung, Gewalt oder Missbrauch in den Unterkünften haben.

Aufbauend auf dem Auftakttreffen wird es am Samstag, den 18.06.16, 10.00-14.00 Uhr, einen Workshop geben, um die Ergebnisse zu vertiefen. Eine ausführliche Einladung (pdf) zum Dialogforum ist hier verlinkt.

REFUGIUM – Geflüchtete werden Gesundheitsmultiplikatoren

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW), Campus Bergedorf, hat ein Programm entwickelt, das helfen soll, die Gesundheit geflüchteter Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften zu erhalten oder zu verbessern.

Beengte, hygienisch prekäre Verhältnisse, mangelnde Privatsphäre, überfüllte Räumlichkeiten, wenig Kontrolle über die eigene Existenz – zumal in einem fremden Land mit unbekannten Regeln und Regularien – wirken sich auf den Gesundheitszustand aus. Sowohl körperliche als auch psychische Symptome sind die Folge: Kleinere und größere Infekte, Schmerzen aller Art, Magen-Darm-Verstimmungen, aber auch Schlafmangel, Unruhe, Konzentrationsprobleme, Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit gehören zu den häufig präsentierten Symptomatiken in den Sprechstunden der Erstaufnahmen.

Dem setzt die HAW ein Programm entgegen, mit dessen Hilfe Gesundheitsmultiplikatoren ausgebildet werden: REFUGIUM – „Rat und Erfahrung: Flucht und Gesundheit – Information und Migration“. Das Programm sieht vor, Menschen, die in den Erstaufnahmen und Folgeunterkünften leben, einfaches Wissen über Hygiene, Ernährung, Bewegung, medizinische Versorgung und psychische Gesundheit zu vermitteln. Sie sollen in die Lage versetzt werden, dieses Wissen anschließend an Menschen aus dem eigenen (Sprach-)Kulturkreis weiterzugeben.

Der Kurs, um das Basiswissen zu vermitteln, beginnt am kommenden Montag am Competence Center Gesundheit der HAW, Campus Bergedorf, Ulmenliet 20, und besteht aus fünf Ausbildungstagen: 2.5., 9.5., 23.5., 30.5., 6.6. Der Kurs wird in acht Sprachen angeboten:

Kontakt und Anmeldung:
HAW Hamburg
Fakultät Life Sciences
Prof. Dr. Christine Färber (Professorin für empirische Sozialforschung)
Dr. Omar Aboelyazeid
Tel. (040) 42875-6115
christine.faerber@haw-hamburg.de

Diakonie bietet Fortbildung für Helfende

Die Diakonie Hamburg bietet am kommenden Donnerstag (28.04., 17-21 Uhr, Königstraße 54, Raum 8) eine Fortbildung für freiwillig Helfende: „Interkulturelle Sensibilisierung für Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit“.

Aus dem Programm:

„In interkulturellen und interreligiösen Begegnungen kann es zu Konflikten, Enttäuschungen und Missverständnissen kommen. Es treten Unsicherheiten bei den Freiwilligen auf, wie sie die Flüchtlinge ansprechen sollen, z.B. ob sie sich den Männern anders gegenüber verhalten müssen als den Frauen und umgekehrt. Es geht in diesem Baustein um Selbstreflexion sowie um Sensibilisierung für eine Kommunikation in interkulturellen Kontexten.

Referentin: Dr. Christine Tuschinsky, Trainerin und Beraterin im Bereich Vielfaltskompetenz

    Ziele:

  • Selbstreflexion
  • Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff

    Inhalte:

  • Kulturbegriff
  • Kommunikation
  • Austausch über Erfahrungen

    Methoden:

  • Fallbeispiele
  • Kleingruppenübung“

Link zur Ankündigung der Diakonie

„Hamburg integriert“ – Dachverband der ehrenamtlich Helfenden

In Hamburg haben sich in den vergangenen Wochen einige Dutzend Flüchtlingsinitiativen zusammengetan, um einen Dachverband zu gründen: „Hamburg integriert“. Ziel: Der sehr zugkräftigen Bewegung gegen Großunterkünfte „Initiative für erfolgreiche Integration“ das Feld und die Deutungshoheit zu Integrationsfragen nicht allein zu überlassen – und einen Volksentscheid möglichst zu verhindern.

Ein anderes Gründungsmitglied wird vom NDR mit den Worten zitiert: „Die Stadt nennt sich ja auch Tor zur Welt – und wir wollen verhindern, dass eine kleine Gruppe dieses Tor zuschlägt“.

So kehrt die Willkommenskultur zurück in öffentliche Bewusstsein zurück. Die Stadt zeigt wieder Herz.

Nach der Blockade-Aktion einiger Blankeneser Baumschützer, die am Björnsonweg das Fällen einiger Bäumen verhinderten, um den Bau einer Unterkunft für 192 Geflüchtete zu blockieren, setzt die neue Sammlungsbewegung der FlüchtlingshelferInnen ein Zeichen: Der öffentliche Diskurs soll nicht kampflos denjenigen überlassen werden, die nichts anderes fürchten als dass ihre gewohnte, kokonhaftige, grundstückspreisfixierte Glückseligkeit für immer perdu ist, weil plötzlich die Armen und Entrechteten, die Gebeutelten und Abgezockten der Welt vor der eigenen Tür kampieren – bzw. wie am Björnsonweg geplant, in neun Häusern untergebracht werden sollen.

Sport für geflüchtete Menschen in Hamburg (3/3) – #HHhilft

Eine kleine Filmreihe über Sportangebote für geflüchtete Menschen in Hamburg. Eine Initiative der Hamburger Produzenten und der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Produziert von Wüste Film.

#welcomefilms

3. Teil: Der Eimsbütteler TV

Sport für geflüchtete Menschen in Hamburg (2/3) – #HHhilft

Eine kleine Filmreihe über Sportangebote für geflüchtete Menschen in Hamburg. Eine Initiative der Hamburger Produzenten und der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Produziert von Wüste Film.

#welcomefilms

2. Teil: Der FC Lampedusa Hamburg

Sport für geflüchtete Menschen in Hamburg (1/3) – #HHhilft

Eine kleine Filmreihe über Sportangebote für geflüchtete Menschen in Hamburg. Eine Initiative der Hamburger Produzenten und der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Produziert von Wüste Film.

#welcomefilms

1. Teil: Der Box-Club Hanseat.

Newsletter Forum Flüchtlingshilfe erschienen

Das Forum Flüchtlingshilfe hat einen neuen Newsletter veröffentlicht.

Darin enthalten sind Informationen zu:

Auf zwei Sachen soll hier speziell aufmerksam gemacht werden:

    1. Für den 23.09.2016 ist das nächste offene Forum Flüchtlingshilfe geplant. Es soll auf Kampnagel stattfinden.

    2. Auch wenn weniger geflüchtete Menschen in Hamburg ankommen – die Situation für diejenigen, die bereits da sind, hat sich bisher keineswegs gebessert. Noch leben in Hamburg 16000 Geflüchtete in Erstaufnahmen, davon hätten bereits 5000 Anspruch in einer Folgeunterkunft zu leben.

    Wer nun denkt, es läge zum Teil an lokalen Anwohnerinitiativen, die verhindern, dass bereits bestehende Unterkünfte nicht bezogen werden können, liegt sicherlich nicht falsch. Einen anderen Teil der Verantwortung muss allerdings die politische Seite und die Verwaltung übernehmen. Hier wurden die Leute in den Quartieren obrigkeitsstaatlich-rigide (Polizeirecht, ausgehebeltes Baurecht) nicht selten vor vollendete Tatsachen gestellt. Dieser Konflikt muss schnellstens aus der Welt geschafft werden.